Zum Welttag der Suizidprävention am 10. September
Jedes Jahr sterben in Deutschland mehr als 10.000 Menschen durch Suizid, weit über 100.000 Menschen unternehmen einen Suizidversuch. Ihnen ist der internationale Welttag der Suizidprävention am 10. September gewidmet.
Es gibt Hilfen und Anlaufstellen für Betroffene und ihre Angehörigen, an die sie sich in akuten Krisen wenden können – aber auch schon viel früher, bevor die Situation ausweglos erscheint.
Über Suizid und Suizidgedanken zu sprechen, ist hilfreich. Ein Gespräch kann sehr entlastend wirken. Viele Betroffene berichten, dass der Leidensdruck abnimmt, die Suizidgedanken weniger stark und häufig werden, sie besser schlafen und wieder mehr Hoffnung entsteht, wenn sie über ihre Suizidgedanken sprechen können.
Ein Suizid ist meist der Endpunkt einer psychischen Krise und großer innerer Not. Es ist ein häufiges Vorurteil, dass eine Person mit Suizidgedanken unbedingt sterben wolle. Häufig kann der Todeswunsch als Ausdruck einer subjektiv erlebten Ausweglosigkeit verstanden werden, die den Blick auf die Möglichkeiten des Weiterlebens blockiert.
Besondere Risikogruppen sind Menschen mit psychischen Erkrankungen, riskantem Substanzkonsum, ältere Menschen, Inhaftierte sowie Jugendliche und junge Erwachsene.
Gleichzeitig ist die Suizidprävention – neben persönlichen Risikofaktoren – eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe:
- Familien unterstützen
- niedrigschwelliges und transparentes Hilfesystem
- Förderung der sozialen Kompetenzen in Kita und Schule
- Entstigmatisierung von psychischen und Suchterkrankungen.
Diese Maßnahmen müssen strukturell und sektorübergreifend geplant und umgesetzt werden. Dennoch fehlt bislang eine dauerhaft finanzierte, bundesweit koordinierte und verlässliche Struktur für die Suizidprävention, wie es das Nationale Suizidpräventionsprogramm (NaSPro) einfordert.
Suizidprävention heißt auf persönlicher Ebene jedoch auch
- Zuhören
- Nachfragen
- Verbindung schaffen
Sie hat damit dieselben Wurzeln wie die Suchtprävention!
Das Wissen, dass suizidale Krisen überwunden werden können, kann suizidpräventiv wirken. Das zeigen Berichte von Betroffenen, aber auch von therapeutischem Fachpersonal, Mitarbeitenden von Beratungsstellen und klinischen Einrichtungen.
Hilfe und Beratung
- https://www.nummergegenkummer.de/kinder-und-jugendberatung/faq-kinder-und-jugendtelefon/
- https://www.bke-beratung.de/
- https://www.u25-deutschland.de/
- https://www.caritas.de/hilfeundberatung/onlineberatung/u25/start
Infos zum Welttag Suizidprävention
https://www.welttag-suizidpraevention.de/
Nationales Suizidpräventionsprogramm
c/o Universität Kassel
Fachbereich Humanwissenschaften
Institut für Sozialwesen
Fachgebiet „Soziale Therapie“
Arnold-Bode-Straße 10
34127 Kassel