PHILOTES – Spiel um Freundschaft

06.07.2022

„Einfach den Computer zerstören“, war eine Antwort eines Schülers bei der Fragestellung, wie Eltern bei einer exzessiven Mediennutzung ihrer Kinder reagieren könnten. Ob dieser Ratschlag sich als hilfreich erwies, wurde im späteren Verlauf des Theaterstücks PHILOTES sichtbar. Die Aufführung des Theaterstücks „PHILOTES – Spiel um Freundschaft“ des Theaterspiels Witten fand vor den Ferien in Mülheim statt. Das Publikum: drei Klassen aus dem 7. Jahrgang der Gustav-Heinemann-Schule. An die Aufführung schlossen sich eine Nachbesprechung und spannende Theater-Workshops an.

Das Theaterstück PHILOTES behandelt das Thema exzessive Mediennutzung und klärt über die Chancen und Konflikte auf. Die Hauptfigur bei dem Stück ist Emmy, die zunächst mit ihrem besten Freund und Tischtennispartner Nuri das Spiel PHILOTES spielt. Gemeinsam wollen sie an einem Tischtennisturnier teilnehmen, das Nuri besonders wichtig ist. Doch nach einer Zeit steht dem eine Sache im Weg – PHILOTES. Emmy findet neue Online-Spielpartner:innen und vernachlässigt sowohl die Schule als auch ihren besten Freund Nuri und die neue Mitschülerin Lara. Aufgrund des Spiels ist Emmy nicht für Nuri da, als er ihre Unterstützung gebraucht hat – die Freundschaft steht auf der Kippe. Emmys Mutter weiß nicht mehr, was sie unternehmen soll und bittet das Publikum um Rat: „Was würdet Ihr als Elternteil in dieser Situation machen?“

Die Schüler:innen hatten damit die Möglichkeit, in die Rolle der Eltern hineinzuschlüpfen, sich auf einen Perspektivwechsel einzulassen und ihre Lösungsmöglichkeiten mitzuteilen. Ihre Vorschläge waren strenger als erwartet. Der am Anfang erwähnte Satz „Einfach den Computer zerstören“ war eine von verschiedenen Antworten darauf. Bei der Besprechung erkannten die Schüler:innen, dass es nicht ganz einfach ist, in einer solchen Situation richtig zu handeln. Bei der Frage, wie lange Emmy täglich Medien nutzen sollte, waren die Antworten gleichermaßen streng. Die Schüler:innen waren sich schnell einig, dass es täglich ungefähr zwei Stunden sein sollten. Bei der Nachbesprechung wurde jedoch sichtbar, dass die eigene tägliche Mediennutzungsdauer der Schüler:innen deutlich über zwei Stunden lag. Das regte sie stark zum Nachdenken an – und das war auch das Ziel dieser Präventionsveranstaltung.

Nach dem Theaterstück folgte ein Workshop, in dem die Klassen in kleine Gruppen aufgeteilt wurden und in Begleitung des Theaterspiels Witten eigene Theaterstücke in Bezug auf die exzessive Mediennutzung kreierten. Die Schüler:innen durften kreativ sein und hatten großen Spaß dabei, sich eine fiktive Geschichte auszudenken und im Anschluss aufzuführen. Elemente in den Stücken waren unter anderem TikTok, das Spiel Subway Surfers und ein alleinerziehender spielsüchtiger Vater.

Bei dieser Veranstaltung wurde sichtbar, dass die Sensibilisierung für exzessive Mediennutzung ein wichtiger Bestandteil bei der Arbeit mit Jugendlichen ist. Ein Theaterstück wie PHILOTES vermittelt auf spielerische und spannende Weise Aufklärung und regt zur kritischen Auseinandersetzung mit dem eigenen Verhalten an – verbunden mit Spaß und der Möglichkeit, eigene Ideen miteinzubringen.

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