Welche Auswirkungen hat Stress auf uns?
Was ist eigentlich Stress?
Wir benutzen den Begriff oft und manchmal sogar mehrmals täglich. Meist nehmen wir uns nicht die Zeit, um konkreter über unseren Stress nachzudenken. Wenn wir sagen, dass wir gestresst sind, kann das vielfältige Ursachen haben: hohe Erwartungen an uns selbst, Prüfungsdruck, ständige Verfügbarkeit und Informationsflut (social media) oder Konflikte mit Mitmenschen. Auch persönliche Probleme und finanzielle Sorgen können Stress auslösen.
Stress ist keine Ursache an sich, sondern eine natürliche Reaktion unseres Körpers auf Situationen, die neu, unvorhersehbar oder unkontrollierbar zu sein scheinen. Grundsätzlich ist eine Stressreaktion weder negativ noch positiv, sondern erstmal eine körperliche Antwort auf eine Begebenheit. Unsere körperliche Reaktion hilft uns, in bestimmten Situationen angemessen zu reagieren.
Was passiert genau im Körper, wenn wir gestresst sind?
Beispiel: Wir spazieren gemütlich einen Weg entlang und schauen nicht so genau hin, wohin wir treten. Auf einmal nehmen wir aus dem Augenwinkel eine schlängelnde Bewegung am Boden wahr.
Als erstes regen die Amygdala und der Hypothalamus, zwei Gehirnareale, gemeinsam eine schnelle Hormonausschüttung an. Diese Signale geben den Nebennieren vor, sogenannte „Stresshormone“ freizusetzen: Adrenalin, Noradrenalin und Cortisol. Adrenalin und Noradrenalin gelangen innerhalb weniger Minuten ins Blut und erhöhen die Reaktionsfähigkeit des Körpers. So erhöht Adrenalin die Herzfrequenz, den Blutdruck und die Atmung, um den Körper auf eine mögliche Flucht- oder Kampfsituation vorzubereiten. Cortisol hat eine längerfristige Wirkung auf den Körper. Es erhöht den Blutzuckerspiegel, um dem Körper Energie zur Verfügung zu stellen. Zudem unterdrückt es vorübergehend das Immunsystem, um Ressourcen zur Bewältigung der Situation freizusetzen.
Durch dieses System der Hormonausschüttung wird der Körper in die Lage versetzt, zu kämpfen oder zu fliehen. Sobald die Stresssituation vorbei ist, erfolgt der Abbau der Stresshormone und die körperlichen Reaktionen normalisieren sich. Der Körper kann entspannen.
Aber Achtung! Befinden wir uns dauerhaft in gestressten Situationen, kann das negative Folgen auf unsere Gesundheit haben wie z.B. Kopfschmerzen, Schlafstörungen, Stoffwechselstörungen, Suchterkrankungen, Magen-Darm-Probleme oder höhere Infektanfälligkeit.
Wie können wir mit Stress umgehen?
Mit dieser und weiteren Fragen beschäftigt sich die Unterrichtseinheit zum Thema Stressbewältigung des Moduls „Suchtprävention an Berufsbildenenden Schulen“ (SPecht). Die Unterrichtseinheit enthält „Experimentekarten“ mit denen die Teilnehmenden Stressbewältigungsmethoden praktisch ausprobieren können. Einige Methoden stellen wir zum Mitmachen in den nächsten Wochen auf unserem Instagram-Kanal 406C616E646573666163687374656C6C657072616576656E74696F6E6E7277 vor.