Sucht mit und ohne Suchtmittel - Hintergründe

Der Konsum von Suchtmitteln gehört zu unserer Gesellschaft. Dazu gehören beispielsweise auch die Tasse Kaffee zum Wachwerden oder ein Glas Wein zur Entspannung. Eine Abhängigkeit bzw. Substanzkonsumstörung entwickelt sich dadurch nicht automatisch.

Erst wenn verschiedene Voraussetzungen zusammenkommen, kann sich jedoch aus dem bloßen Konsum eine Abhängigkeit entwickeln.

Da nicht jede Sucht mit der Einnahme von Suchtmitteln (z.B. Alkohol, Tabak) verbunden ist, wird zwischen stoffgebundenen und stoffungebundenen oder sogenannten Verhaltenssüchten (z.B. Glücksspiel­sucht) unterschieden. Bei einer Verhaltenssucht besteht eine Abhängigkeit von bestimmten Verhaltensweisen, die die betroffenen Menschen nicht mehr einfach so regulieren können.

Aspekte von Suchterkrankungen

Nach den von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) veröffentlichten Kriterien besteht eine Suchterkrankung, wenn drei der unten aufgeführten sechs Merkmale gleichzeitig vorliegen:

  • Unüberwindbares Verlangen nach  einer bestimmten Substanz oder Verhaltensweise.
  • Kontrollverlust bezüglich Menge und Dauer der konsumierten Substanz bzw. der Verhaltensweise.
  • Entzugserscheinungen beim Absetzen bzw. Verzicht.
  • Toleranzentwicklung (Dosissteigerung oder Wirkungsverlust).
  • Aufgabe bisheriger Interessen und Aktivitäten.
  • Fortdauernder Konsum trotz negativer sozialer und gesundheitlicher Folgen.

Stoffgebundene Sucht

Eine stoffgebundene Sucht ist die Abhängigkeit von bestimmten psychoaktiven Substanzen.
Zu den meistgenutzten Substanzen  gehören

  • Alkohol,
  • Tabak und Dampf-Produkte
  • Cannabis,
  • Medien,
  • Medikamente,
  • Heroin,
  • Kokain.

Stoffungebundene Sucht/Verhaltenssucht

Fast alle Menschen arbeiten von Zeit zu Zeit zu viel, werfen einmal ein paar Euro in einen Geldspielautomaten oder verbringen zu viel Zeit mit digitalen Medien. Wenn diese Verhaltensweisen über ein gesundes und bewusstes Maß hinausgehen, kann daraus ein Abhängigkeitsverhalten entstehen.

Dazu zählen beispielsweise:

  • Glücksspielsucht,
  • Internetnutzungsstörungen inkl. Gaming Disorder, Social Media, Online-Porno, Online-Kaufsucht, Streaming,
  • Arbeitssucht.

Stadien der Abhängigkeitserkrankung

Die Entwicklung einer Abhängigkeitserkrankung ist ein Prozess. Er beginnt, wenn man die Kontrolle über den Konsum des Suchtmittels oder eine bestimmten Verhaltensweise verliert. Das heißt, das Verlangen nach dem positiven Reiz ("Kick"), das Vermeiden von negativen Empfindungen bzw. Entzugserscheinungen wird so mächtig, dass man sich ihm nicht mehr entziehen kann.

Nach und nach wirkt der Reiz, der den Kick auslöst - z.B. Alkohol, Zigaretten, Social Media oder Heroin - nicht mehr intensiv genug. Die Dosis muss erhöht werden. Die Konsumabstände werden verkürzt und die Konsummenge wird gesteigert.

Das Leben konzentriert sich immer mehr auf die Substanz. Andere Interessen treten zurück, der Konsum wird immer wichtiger.

Sucht hat immer eine Geschichte - Ursachen und Entstehung

Sucht hat meist mehrere Ursachen: Die Person, das soziale und familiäre Umfeld sowie vorhandene Substanzen beeinflussen, ob sich eine Suchtgefährdung entwickelt (Suchtdreieck nach Ladewig 1973). Das Zusammentreffen unterschiedlicher Einflussfaktoren (z.B. traumatisierende Erlebnisse) kann das Suchtrisiko erhöhen.

Ursachen und Entstehung

Bereits Kinder und Jugendliche können hohen seelischen Belastungen durch die Anforderungen in Schule und Elternhaus oder den Gruppendruck in der Clique ausgesetzt sein.
Den meisten Jugendlichen gelingt es, Enttäuschungen zu verarbeiten, Rückschläge hinzunehmen und eigene Bewältigungsstrategien zu entwickeln, Probleme auch ohne den Einsatz von Suchtmitteln oder suchtfördernden Verhaltensweisen zu lösen.

Deshalb ist die Förderung von Lebenskompetenzen gerade bei Kindern und Jugendlichen, aber auch im Erwachsenenalter eine der wichtigsten Säulen der Suchtprävention. Wer lernt, Bedürfnisse zu benennen, Gefühle zu regulieren, mit Stress umzugehen, Konflikte zu lösen oder sich im Bedarfsfall Rat und Hilfe zu holen, kann das eigene Wohlbefinden eher ohne das Hilfsmittel Substanzkonsum fördern.

Plakat Gemeinsame Zeit - ShieG
Plakat Gemeinsame Zeit - ShieG

Maßnahmen zur Prävention - Elterliches Vorbild - Wege aus der Abhängigkeit

Suchtprävention muss in der frühen Kindheit beginnen. Hier entwickeln sich Selbstwertgefühl, Konfliktfähigkeit, soziale Kompetenz und eigenverantwortliches Handeln. Schon Kinder können Problemlösungsstrategien lernen, die es ihnen erleichtern, ihr Leben aktiv und selbstbestimmt zu gestalten. So gestärkt, können sie später einer Suchtgefahr besser widerstehen.

Suchtprävention heißt daher auch, Selbstständigkeit, Selbstachtung, Selbstfindung und Lebensfreude bei Kindern zu fördern und Kommunikations- und Konfliktfähigkeit zu stärken. Die Stärkung der Persönlichkeit ist somit zentrales Anliegen suchtvorbeugender Arbeit, damit Kinder und Jugendliche auch in schwierigen Lebenssituationen eigenständig entscheiden können, "Nein" zu sagen und Verantwortung (für sich und ihr Handeln) zu übernehmen.

Elterliches Vorbild

Eltern sollten

  • ihren eigenen Umgang mit Suchtmitteln (z.B. Alkohol, Tabak oder psychoaktive Medikamente) kritisch hinterfragen,
  • ihr eigenes Verhalten im Hinblick auf eine Suchtgefährdung überprüfen und
  • mit ihrem Kind oder ihren Kindern offen über Süchte und Suchtgefahren sprechen.

Kinder und Jugendliche sollten wissen,

  • wie es zu einer Abhängigkeitserkrankung kommen kann,
  • wie Substanzen wirken und wie schädlich sie sein können und
  • welche Risiken mit dem Konsum von psychoaktiven Substanzen verbunden sind.

Wege aus der Abhängigkeit

Neben Maßnahmen zur Verhinderung der Entstehung einer Abhängigkeitserkrankung bedarf es auch Strategien, die dabei helfen, eine Abhängigkeit zu überwinden. 

Die Erkenntnis "Ich bin süchtig. Ich will so nicht weitermachen. Ich brauche Hilfe." ist ein erster wichtiger Schritt auf dem Weg aus der Abhängigkeit. Sie ist Ausdruck der Bereitschaft, Hilfe anzunehmen und - häufig erstmals - offen über das Suchtproblem mit Fachkräften zu reden.

Zahlreiche Suchtberatungsstellen in Nordrhein-Westfalen bieten Unterstützung und klären gemeinsam mit den Betroffenen die weiteren Schritte der Behandlung.

Kontakt

Haben Sie Fragen?

Rufen Sie uns gerne an oder schreiben Sie uns bei Fragen zu unseren Angeboten, zur Beratung oder Terminvereinbarung.
Öffnungszeiten: montags bis freitags von 09:00 bis 15:00 Uhr und nach Vereinbarung

Kaiserstraße 90
45468 Mülheim an der Ruhr

Tel.: 0208 30069-31
E-Mail: 696E666F4067696E6B6F2D7374696674756E672E6465

* Eingabe erforderlich

So finden Sie uns

Mit dem Auto

Aus Düsseldorf: Auf der A 52 in Richtung Essen fahren Sie bis zum Breitscheider Kreuz und dort auf die A3 in Richtung Köln/Oberhausen. Folgen Sie der Beschilderung A52/Essen/Ratingen-Breitscheid. Nehmen Sie die Ausfahrt 25/Breitscheid und fahren Sie Richtung Ratingen/Breitscheid/Mülheim a.d.R.-Süd. Halten Sie sich an der Gabelung links und folgen der B1 in Richtung Mülheim a.d.R./Breitscheid-Nord. Dann biegen Sie links in die Kölner Straße/B1 ab. Folgen Sie der Straße immer weiter geradeaus auf die Obere Saarlandstraße den Berg hoch.

Nach ca. 8 km biegen Sie hinter der Aral-Tankstelle (rechte Seite) links ab auf den Werdener Weg Richtung Stadtmitte, der in die Kaiserstraße übergeht.

Links der Schienen befindet sich die ginko Stiftung für Prävention, schräg gegenüber der Arbeitsagentur/Sportzentrum Süd mit Schwimmbad, Sporthalle sowie großem Parkplatz, auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich auf der Kaiserstraße 90 die ginko Stiftung für Prävention.

Aus Essen: Von der A 40 nehmen Sie die Ausfahrt 19 Mülheim-Zentrum/Heißen und fahren ca. 5 km immer geradeaus auf der Essener Straße/B1 in Richtung MH-Zentrum bis zur Ampelkreuzung. Dort biegen Sie links in die Kaiserstraße ab, die Sie knapp 1 km hochfahren. Auf der rechten Seite befindet sich die ginko Stiftung für Prävention, schräg gegenüber der Arbeitsagentur/Sportzentrum Süd mit Schwimmbad, Sporthalle sowie großem Parkplatz. Um dort zu parken, wenden Sie links an der nächsten Ampelkreuzung in die Gegenrichtung (über die Schienen). 

Mit öffentlichen Verkehrsmitteln

Der Hauptbahnhof Mülheim ist mit mehreren RE, RB und S-Bahnen erreichbar. Von dort können Sie zu Fuß laufen oder die Straßenbahn 112 nehmen.

Zu Fuß: Dauer ca. 12 Minuten: Sie gehen durch das angrenzende Einkaufzentrum (Forum) hindurch bis zum Ende (Woolworth). Hier nehmen Sie die Treppe nach unten, gehen geradeaus und kommen durch das Gebäude auf den Kaiserplatz. Hier überqueren Sie die Straße (zwei Ampeln). Ab hier laufen Sie parallel der Schienen die Kaiserstraße immer weiter hinauf, auf der rechten Seite befindet sich die ginko Stiftung für Prävention - Hausnummer 90 - schräg gegenüber der Arbeitsagentur/Sportzentrum Süd.

Mit der Straßenbahn: Zu Fuß bis zum Kaiserplatz. Dort nehmen Sie an der "Haltestelle Kaiserplatz" die Straßenbahn-Linie 112 Richtung "Hauptfriedhof". Nach zwei Haltestellen steigen Sie am "Sportzentrum Süd" aus. In Fahrtrichtung rechts 60 Meter die Straße wieder herunter finden Sie die ginko Stiftung für Prävention gegenüber der Arbeitsagentur/Sportzentrum Süd.

Hier können Sie die Wegbeschreibung  herunterladen.