Verhaltenssüchte

Verhaltenssüchte

Sucht ohne Suchtmittel - auch bestimmte Verhaltensweisen können süchtig machen (stoffungebundene Süchte). Fast alle Menschen arbeiten von Zeit zu Zeit zu viel, werfen einmal ein paar Euro in einen Geldspielautomaten oder essen über den Hunger hinaus aus Lust oder Appetit. Wenn diese Verhaltensweisen über das normale Maß hinausgehen, kann daraus ein Abhängigkeitsverhalten entstehen.
Exzessives Glücksspielen kann zu einer Glücksspielsucht führen. Exzessives Spielen von Computerspielen oder exzessiver Gebrauch des Internets erfüllen ebenfalls die Kriterien einer Abhängigkeit. Weitere Verhaltensweisen in extremer Ausprägung können allgemeinsprachlich als Sucht oder Abhängigkeit bezeichnet werden, wie z.B. Arbeits-, Kauf- und Sexsucht.

Definition

Eine "Verhaltenssucht" liegt vor, wenn

  • eine bestimmte Gewohnheit bzw. ein bestimmtes Verhalten exzessive Formen annimmt, die nicht an eine Substanz – wie Alkohol, Nikotin oder andere Drogen – gebunden sind und
  • die Kriterien einer Abhängigkeit erfüllt werden. 

Die Verhaltenssucht dient Betroffenen, unangenehme Gefühle wie Ängste, Frustration, Problemdruck oder Stress zu verdrängen und die Auseinandersetzung damit zu vermeiden. Somit ähnelt eine Verhaltenssucht einer stoffgebundenen Abhängigkeit.

Verhaltenssüchte wurden – mit Ausnahme des pathologischen Glücksspielens – bisher weder in den Diagnosekriterien des ICD-10 (Internationale Klassifikation der Krankheiten) noch im DSM-V (Diagnostisches und Statistisches Handbuch Psychischer Störungen) als eigenständige Störungsbilder anerkannt und aufgenommen.
Die Klassifikation nach ICD-10 nennt unter dem Code F63 "Abnorme Gewohnheiten und Störungen der Impulskontrolle" exzessive Verhaltensweisen, die Merkmale einer psychischen substanzungebundenen Abhängigkeit aufweisen, und die die Betroffenen willentlich nicht mehr vollständig kontrollieren können.
Wegen dieser fehlenden wissenschaftlichen Klassifikation müssen Mediziner/innen und Therapeut/innen im Rahmen der Behandlung betroffener Jugendlicher auf andere Diagnosen ausweichen wie z. B. "Störung der Impulskontrolle" oder "Zwangsstörung".
Entgegen der wissenschaftlichen Diskussion über die tatsächliche Existenz von Verhaltenssüchten widmen sich zahlreiche Selbsthilfegruppen, Initiativen und Verbände den Problemen der betroffenen Personengruppen.

Abhängigkeitsentstehung, Wirkung, Konsequenzen und Behandlung

Abhängigkeitsentstehung und Wirkung

Auch ohne die Einnahme bewusstseinsverändernder Substanzen finden im Gehirn ähnliche physiologische Prozesse statt wie bei der Einnahme von Suchtstoffen.
Im Gehirn spielt dabei der Neurotransmitter Dopamin (als Botenstoff) eine entscheidende Rolle. Er wird bei emotionalen Erlebnissen ausgeschüttet, die mit Freude und Ekstase zusammenhängen, weshalb man auch vom Belohnungssystem spricht.
Der menschliche Organismus gewöhnt sich meist schnell an diese Belohnung und reagiert sensibel, wenn die übliche Dosis nicht mehr ausreicht. Es entsteht eine Toleranzentwicklung, und das Bedürfnis wächst, immer wieder den gleichen Kick zu erzeugen.

Konsequenzen

Verhaltenssüchte haben - wie substanzgebundene Abhängigkeitserkrankungen - weitreichende Konsequenzen für die Betroffenen und ihre Angehörigen. Die Abhängigkeit kann die Lebensführung beherrschen und zum Verfall der sozialen, beruflichen, materiellen und familiären Werte und Verpflichtungen führen. So sind hohe Schulden z.B. im Rahmen von Glücksspielsucht eine typische Folge. Bei der Internetnutzungsstörung geht das immer tiefere Abtauchen in virtuelle Welten oft mit Vernachlässigung anderer sozialer Kontakte zur realen Welt wie Freund:innen, Familie, Schule oder Arbeit einher, außerdem wird die Körperpflege vernachlässigt.

Behandlung

Bei den Verhaltenssüchten ist anders als bei den substanzgebundenen Süchten eine Abstinenz kaum realisierbar. Bewährt haben sich daher verhaltenstherapeutische und kognitive Ansätze. Ziele der Therapie sind die Entwicklung von Kontrollstrategien und alternativen Aktivitäten, um das vormals exzessive Verhalten zu kontrollieren.

© lucadp/Fotolia
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